AV-Knoten- Reentrytachykardie (AVNRT)

Die AV-Knoten- Reentrytachykardie (AVNRT) ist die häufigste Form der paroxysmalen supraventrikulären Tachykardien und kann in jedem Alter auftreten. Häufig sind sehr junge Menschen davon betroffen, davon zu 2/3 Frauen. Es tritt dabei typischerweise ein abrupter, durch eine Extrasystole ausgelöster Anstieg der Herzfrequenz auf, der Puls kann dabei auch über 200 Schläge pro Minute betragen. Diese Rhythmusstörung mit dem hohen Puls kann unterschiedlich lange anhalten und stellt einen häufigen Aufnahmegrund in einer Notaufnahme dar. Sie kann oft durch den Betroffenen selbst durch ein sog. Valsalva Maneuver beendet werden. Falls dies nicht gelingt, wird zumeist in einer Notaufnahme Adenosin verabreicht, welches durch eine kurzzeitige Totalblockade des AV-Knotens (was sehr unangenehm sein kann) die AVNRT beendet. Bei Betroffenen mit einer Kreislaufinstabilität erfolgt zumeist eine sofortige elektrische Kardioversion.
Da eine medikamentöse Therapie nur sehr eingeschränkt das Auftreten einer AVNRT verhindern kann, und auch für die Behandlung einer laufenden AVNRT eingeschränkt wirksam ist, stellt diese Rhythmusstörung eine typische Indikation für eine elektrophysiologische Untersuchung und Ablation dar. Bei symptomatischen Menschen mit einer AVNRT wird mit dem Hintergrund einer Klasse I – Empfehlung zu einer Ablation geraten1.
Die elektrophysiologische Untersuchung mit Ablation dauert dabei in Summe in etwa 60 Minuten. Das Ziel ist eine Ablation des sog. Slow-Pathways, einem der beiden “Eingänge” in den AV-Knoten, sodass keine weitere kreisende Erregung innerhalb der AV-Knoten Region auftreten kann. Bei hoher Erfolgsaussicht der Ablation beträgt die Chance auf ein dauerhaftes Fernbleiben der Rhytmusstörung ca. 95%.
Wie bei jedem medizinischen Eingriff treten (sehr selten) Komplikationen auf, insbesondere, da das Ziel der Ablation relativ nahe am AV-Knoten liegt. Über diese sehr seltenen Komplikationen, und deren Behandlung, sollte im Vorfeld gut aufgeklärt werden.

Oben dargestellt die eine erfolgreiche Slow-Pathway Ablation. Nach zwei Ablationen war der Slow-Pathway blockiert, und es konnte keine weitere AVNRT ausgelöst werden.

  1. 2019 ESC Guidelines for the management of patients with supraventricular tachycardia, European Heart Journal (2020) 41, 655-720

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Ablation bei typischem Vorhofflattern

Typisches – daher cavotrikuspidal-Isthmus – abhängiges Vorhofflattern stellt eine der häufigsten supraventrikulären Tachykardien dar. An Symptomen werden oft plötzliche Pulssprünge und Herzrasen mit einem Puls von 160-200/min, ausgelöst durch einen Extraschlag, geschildert. Oft wird auch ein Pochen im Hals angegeben. Die Rhythmusstörung ist eine sogenannte Makro-Reentry- Tachykardie, und basiert auf einer kreisenden Erregung im rechten Vorhof, durch eine anatomische und elektrische “Engstelle” (Isthmus), welcher zwischen der Einmündung der unteren Hohlvene und der Trikuspidalklappe besteht. Diese Stelle ist mit einem Ablationskatheter, der üblicherweise über die Leistenvene eingeführt wird, gut zugänglich. Das Ziel der Ablation ist es, durch einzelne Ablationspunkte eine Blocklinie an dieser Engstelle zu schaffen, sodass dadurch keine weitere kreisende Rhythmusstörung läuft. Die Erfolgsaussicht der Ablation, die ich im Göttlicher Heiland Krankenhaus durchführe, ist gut – zu über 95% tritt dabei in Zukunft kein weiteres typisches Vorhofflattern auf. Die Rate relevanter Komplikationen ist bei diesem rechtsatrialen Eingriff gering und beträgt deutlich unter 1%. Der Eingriff dauert üblicherweise insgesamt eine Stunde und wird in Sedoanalgesie, daher im Dämmerschlaf und mittels 3D geführter Navigation (CARTO, Johnson & Johnson MedTech) durchgeführt.

Pulsed Field Ablation Pulmonalvenenisolation

Als eines der ersten Spitäler in Österreich bietet die Kardiologie des Göttlicher Heiland Krankenhaus seit Dezember 2024 eine Lungenvenenablation mittels erst vor kurzem zugelassenen Varipulse© Pulsed Field Ablation (PFA)- System an. Diese innovative, gewebeselektive Energieform verkürzt die insgesamte Prozedurdauer für eine Pulmonalvenenisolation – wie sie bei der Behandlung von Vorhofflimmern eingesetzt wird – bei laut Studien gleicher Effektivität und nochmaliger Reduktion der (ohnehin sehr geringen) Komplikationsrate im Vergleich zur Radiofrequenzenergie.1

Links die Vorher- Darstellung: Signale in den 4 Lungenvenen. Rechts gut zu erkennen (rote Farbe): die komplett isolierten Venen mit einer scharf begrenzten Blocklinie. Unten: Vor der ersten Energieabgabe (blau das Muster einer typischen, kurzen PFA Energieabgabe) sind noch kräftige Signale in den Lungenvenen ersichtlich. Nach der ersten Energieabgabe ist bereits eine Isolation erfolgt.

Oben angezeigte Bilder wurden anhand Aufnahmen einer PVI- Prozedur bei uns im Krankenhaus erstellt.
Varipulse © VLCC; Biosense Webster, Inc., Irvine, CA, USA